Wildkräuter – Wo finde ich die nochmal?

Sie stehen vor der Haustür. Im Garten. Im Wald. Am Waldrand. Oder auf dem Feld: die Wildkräuter. Ähnlich wie beim Pilzesammeln, gibt es ein paar Regeln. Was man nicht kennt, bleibt besser stehen. Man möchte schließlich keinen schmackhaften Bärlauch mit einem giftigen Maiglöckchen verwechseln. Das könnte böse ausgehen. So wie bei Sokrates. Er nahm ein Getränk aus Wiesen-Kerbel zu sich und zahlte dafür mit seinem Leben.

Also, am besten mit Korb, Messer, Schere, Unkrautstecher, Gartenhandschuhe (für die Brennnesseln) bewaffnet auf die Wildkräuterjagd gehen. Es gibt natürlich keine Einkaufsliste, deshalb sollte man vorher schon wissen, wo welche Kräuter wachsen. Die Nase ist auch ein sehr wichtiges Werkzeug beim Kräutersammeln. Wird das Blatt eines Krauts mit den Fingern zerrieben, darf es nie unangenehm oder ekelhaft riechen. Sonst ist es für die Küche tabu. Jedes Kraut hat seinen Lieblingsstandort. So wie diese Auserwählten:

  • Der Giersch steht ungewollt in Gärten, hauptsächlich aber in Laubwäldern, im Gebüsch, an Bachläufen und Hecken. Er mag es schattig und feucht.
  • Der Beifuß wächst an Weg- und Straßenrändern. Er mag Schuttplätze und Steinbrüche. Am besten geeignet ist er als Würzkraut. Er ist pfeffrig mit einer Note von Wacholder und Anis.
  • Den Löwenzahn kennt jeder. Er wächst am liebsten in sonniger Lage, auf Wiesen, Rändern und Brachfeldern. Schmeckt am besten in Salaten und Desserts.
  • Bärlauch ist das Kraut für den Knoblauchgeschmack. Mit dem ist er auch verwandt. So wie mit der Frühlingszwiebel und dem Schnittlauch. Zu finden ist er im Laubwald. Da ist es schattig und feucht.
  • Der Schwarze Holunder liebt feuchte, steinige Plätze wie Flussufer, Hohlwege, Schluchten und Waldränder.
  • Das „reizende“ Kraut Brennnessel kennt wohl jeder. Es ist nicht wirklich wählerisch: Sonne oder Schatten, Garten oder Ödland. Am liebsten feucht und humushaltig.
  • Gänseblümchen, Rotklee und Glockenblume gibt es überall auf Wiesen, in Parks und Gärten.

Die beste Tageszeit fürs Sammeln ist der späte Vormittag, wenn der Tau nicht mehr auf den Blättern liegt. Die Kräuter am besten feucht verarbeiten am gleichen Tag. Außer der Beifuß. Der darf getrocknet werden. Dann entfaltet er sein volles Aroma. Noch ein Tipp: Damit die wertvollen ätherischen Öle nicht verloren gehen, die Kräuter immer auf einem feuchten Holzbrett klein hacken und nach Belieben dosieren.

  • Kräuterinteresse? Dann unbedingt dieses würzige Kräuterkochbuch zulegen: „Wildkräuter&Blüten – frisch aus der Natur für die kreative Kräuterküche “ von Usch von der Winden.